Israel live – ein Erlebnis

„Israel live – Studien- und Begegnungsreise vom 19. bis 26. Februar 2017“. Das war die Überschrift der Einladung zu einer spannenden Reise mit den Apis.

Nach dem angenehmen Flug von Frankfurt nach Tel Aviv kamen wir vom deutschen Winter in den israelischen Frühling. Wir waren 12 Teilnehmer (das ist die Zahl der Jünger Jesu) und unsere beiden Verantwortlichen Anke Pflugfelder (organisatorische Leitung) und Günter Blatz (biblische Impulse).

Die ersten vier Übernachtungen verbrachten wir in einem Jerusalemer Hotel, das sehr zentral lag. Zwei volle Tage nahmen wir uns Zeit für Jerusalem. Am ersten Tag waren wir am Ölberg, dem Garten Gethsemane, am Gartengrab, in der Via Dolorosa und in der Grabeskirche. An allen Stätten informierte uns unsere israelisch-schweizerische Tour Guide Jacqueline Rotem über die Kultur- und Religionsgeschichte und auch die Probleme, die aktuell hier herrschen. Am zweiten Tag in Jerusalem waren wir in der Frühe auf dem Tempelberg und im Markt Mahane Yehuda, kamen zur Klagemauer und durchschritten dann in der Davidstadt den Hiskiatunnel bis hin zum Teich Siloah. Spätestens bei der Tunnelwanderung merkten wir, wie gut es war, dass wir eine kleine und überschaubare Gruppe waren. Am Nachmittag besuchten wir das Holocaustmuseum und Mahnmal Yad Vashem. Beim Rundgang erlebten wir unsere so sehr belastete deutsche Vergangenheit deutlich. Manche von uns sagten nach dem Rundgang: „Gut, dass nicht alle hier sehen und merken, dass wir Deutsche sind.“

Der vierte Reisetag führte uns zu einer kleinen Wanderung in En Gedi mit seinem wunderbaren Wasserfall am Rande der Wüste. Mit der Gondel fuhren wir dann auf die Festung Massada und danach folgte für die meisten das obligatorische Bad im Toten Meer. Andere hatten schon bei früheren Reisen dieses besondere Badeerlebnis. Ein Wüstenerlebnis brachte uns in die persönliche stille Zeit am Morgen.

Tag 5 war am Morgen Bethlehem mit den Hirtenfeldern und dem Besuch der Geburtskirche gewidmet. Von dort ging es dann am Mittelmeer entlang Richtung Norden. Die alte und imposante Hafenstadt Caesarea und die Wasserleitung bei Caesarea maritima waren die nächsten Stationen. Der Berg Karmel mit dem Eliakloster verschaffte uns dann einen ersten Überblick über das nördliche Israel und Galiläa. Dann schauten wir uns noch Haifa von oben und unten an und kamen zu unserem zweiten Übernachtungsquartier, dem Gästehaus von Zedakah in Shavei Zion, dem Haus Beth El, direkt am Mittelmeer gelegen.
Der Leiter des Gästehauses, Shmuel Bayer, informierte uns im Luftschutzkeller über die Entstehung von Zedakah und darüber, was sie heute tun. Sie laden Holocaustgeschädigte zu einem jeweils zehntägigen kostenlosen Urlaub ein. Die freiwilligen Mitarbeiter aus Deutschland versorgen und umsorgen die Menschen, die in ihrem Leben viel Leid erlebt haben. Es ist ein Friedensdienst, den Christen an Juden tun. In Shavei Zion leben die Mitarbeiter/innen mit der Angst im Nacken, es könnte eine Rakete von Libanon herüberkommen. Vor einigen Jahren schlug tatsächlich eine Rakete im Hof ein. Die Vorwarnzeit dort ist praktisch bei Null.

Tag 6 begann mit der Fahrt zum See Genezareth und dort zum Berg der Seligpreisungen, nach Tabgha und Kapernaum. Ein schönes Erlebnis war die Bootsfahrt auf dem See mit israelischen Tänzen. Vom See ging es hinauf auf die Golanhöhen, die für die Israelis von größter strategischer Bedeutung sind. Weit konnte man von dort oben nach Syrien hineinschauen. Am Abend dieses Tages gab es dann im Gästehaus Beth El zu Beginn des Shabbat ein dem Abend entsprechendes Shabbat-Essen. Daran schloss sich für die Gruppe noch am Abend der erste Teil einer dreiteiligen biblischen Betrachtung zur Heilsgeschichte Gottes an. Martin Meyer, der 1. Vorsitzende von Zedakah mit Sitz in Maisenbach-Zainen, hielt sie uns.

Am Tag 7 begannen wir am Morgen mit einem Gottesdienst im Gästehaus Bethel. Martin Meyer hielt als Predigt den zweiten Teil des Seminars zur Heilsgeschichte. Beim Singen der Lieder begleiteten uns mit Trompeten ein Freiwilliger aus dem Team des Hauses und ein Mitglied unserer Reisegruppe. Den Nachmittag fuhren wir zum zweiten „Standbein“ von Zedakah in Israel, ins Pflegeheim nach Maalot. Nach einer interessanten Einführung in die dortige Arbeit durch einen der Verantwortlichen, Gideon Bayer, saßen wir zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen mit den Holocaustüberlebenden zusammen. Es war eine bewegende und beeindruckende Zusammenkunft. Am Abend erlebten wir den dritten Teil des biblischen Seminars durch Martin Meyer. Er zog den Bogen vom Alten in das Neue Testament. Am Ende bedankte sich Günter Blatz bei Anke Pflugfelder für die hervorragende Organisation der Reise und auch beim Referenten Martin Meyer. Helmut Mergenthaler dankte Anke Pflugfelder und Günter Blatz im Namen der Reisegruppe (zwischen 25 und 77 Jahren) für die gute Organisation und die biblischen Erklärungen an den einzelnen Stätten und überreichte ein kleines Präsent.

Der 8. Tag der Reise war der Heimreisetag. Die Hausmannschaft des Hauses Beth El in Shavei Zion verabschiedete uns mit einer großen wehenden Israelfahne an der Grundstücksgrenze.

„Gott erdet sich in Jesus Christus in Israel, dem Heiligen Land, in dieser Welt“. Das spürten wir alle an so vielen Orten.

Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im „Gepäck“ landeten wir am Frankfurter Flughafen.

Helmut Mergenthaler, Teilnehmer der Reise

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