Auf den Geschmack kommen

Liebe Apis, liebe Freunde,
 
über Geschmack lässt sich nicht streiten, denn die Geschmäcker sind verschieden: Der Eine mag Fisch, die Andere nicht. Der Eine isst gern Fleisch, fett und viel; die Andere steht auf vegan und bio und auch davon nur ein bisschen. Manche mögen Magerquark, andere lieber Sahneschnittchen. Manche mögen’s heiß, andere kalt. So ist und so war das schon immer. Eines aber ist klar: So verschieden die Geschmacksrichtungen sein mögen – leben wollen wir alle.

In uns steckt die Sehnsucht nach Erfüllung, Sinn und Glück. Wir sehnen uns nach Zufriedenheit. Wir haben Durst nach Leben. Psalm 42 bringt es auf den Punkt: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott.“ Wir Menschen sind bedürftige Wesen. So verschieden wir auch sein mögen, welche Vorlieben und Ansichten wir auch immer haben mögen, welche unterschiedlichen Herkünfte und Prägungen: Wir alle sind auf Wasser angewiesen. Wir alle brauchen Wasser zum Leben. Jesus gibt es uns. Dazu ist er in diese Welt gekommen. Vor ihm und durch ihn sind wir alle gleich. Er gibt uns Wasser, das unseren Durst auf ewig stillt. Er ist gekommen, damit wir das Leben haben und die Fülle. Er macht Wasser zu Wein. Denn er liebt es, wenn wir auf den Geschmack kommen: auf den Geschmack der Gnade Gottes.

Alles geschenkt

Wenn es um kulinarische Geschmacksrichtungen geht, hat keiner Recht und liegt niemand falsch. Da tickt, isst und trinkt jeder anders. Wenn es aber um Leben geht, dann gibt es nur ein Angebot, das unseren Durst stillt, uns sättigt und stärkt, und das einzigartig schmeckt: die Gnade Gottes. Er schenkt uns alles. Jeden Tag, jede Stunde unseres Lebens. Er gibt uns Chancen, Fähigkeiten und Möglichkeiten, etwas zu tun. Er fängt neu mit uns an, wenn wir scheitern. Er ist immer für uns da. Er stellt uns andere Menschen an die Seite, die genauso geliebt, auf ihre je eigene Weise begabt und gesegnet sind. Wir alle leben letztlich nicht von dem, was wir schaffen und was wir aus uns machen, sondern von dem, was uns geschenkt ist. Je mehr wir das begreifen, desto mehr kommen wir auf den Geschmack von Leben.

Ich wünsche Ihnen und Euch in den kommenden Sommerwochen viele solcher Geschmacks-Momente!

Mit sommerlichen Grüßen
Ihr
Steffen Kern

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