Welches Bild male ich von mir?

Liebe Apis, liebe Freunde,

welches Bild zeichnen Sie von sich selber? Es gibt viele Bilder, die wir im Kopf haben. Zunächst die schönen und ansehnlichen Selbstporträts. Wir als die Guten, als die Frommen, als die Höflichen und Freundlichen, die Gutangesehenen und Gutaussehenden, die, die etwas hermachen. Solche Bilder zeichnen wir gerne von uns und inszenieren uns, posten solche Fotos im Netz und achten darauf, dass möglichst viele ein solches Bild von uns haben. – Zugleich ahnen wir, dass dieses Selbstporträt ein Trugbild sein kann. Manchmal haben wir andere Bilder von uns im Herzen. Die Bilder, die andere in uns hineingelegt haben: Unsere Eltern zum Beispiel. Unsere Vorgesetzten, unsere Nachbarn, unsere Großeltern, die Pastoren und Pfarrer, die uns gesagt haben, wer wir sein sollen und vielleicht doch nicht sind. Es gibt hohe Erwartungen, die wir oft mit uns herumtragen und denen wir allzu oft nicht entsprechen. Verpflichtungen, an denen wir nur scheitern. Wir sehen, was wir sein sollen, aber eben doch nicht sind. Das sind Bilder, die zerbrechen und die wir nicht gerne ansehen.

Was Glauben heißt

Die Frage ist, wer sind wir eigentlich? Wer bin ich? Welchem Bild entspreche ich? Entscheidend ist dabei nicht, welche Bilder wir von uns zeichnen oder andere von uns malen, sondern wer wir in den Augen Gottes sind. Gott hat ein Bild von uns und das malt er uns vor Augen und sagt, wer wir sind. Wir gehören ihm. Wir sind seine Kinder. „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.“ So redet Gott mit Israel und so redet er mit uns. Wir sind, was er uns zusagt. Glauben heißt, dass wir uns in dieses Bild Gottes hineinfügen und unser Selbstbild diesem Bild anpassen, das Jesus von uns hat, und ihm immer ähnlicher werden. Glauben heißt, auf Gott vertrauen und so auch zu sich selbst zu finden.

Darin liegt eine große Freiheit und eine große Freude. Wir müssen nicht mehr werden, was wir nie sein können, sondern dürfen einfach leben als Kind Gottes. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele gute Einsichten beim Lesen dieser Ausgabe unseres Magazins.

Seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr
Steffen Kern

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