Abseits!

Liebe Apis, liebe Freunde,
 
ich weiß nicht, wie Sie es mit dem Fußball halten – die Sache mit dem runden Leder ist ja bekanntlich nicht jedermanns Sache. Aber ich für meinen Teil muss gestehen: Ich freue mich auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Alle vier Jahre ist so ein kleines bisschen Ausnahmezustand. Viele verfolgen die Spiele. Viele fiebern mit. Manche machen Nächte durch, um zumindest auf dem Fernsehsofa „mitzufußballern“. Dabei sein ist eben auch hier alles. Es ist die Zeit, in der unsere Nation wie viele andere – nota bene: außer Holland und Italien – ein bisschen balla-balla ist. Es ist die Zeit der kleinen Flaggen im Gesicht, am Autospiegel und im Vorgarten. Gut vier Wochen, in denen es Millionen Bundestrainer gibt, die alles besser wissen als unser Bundes-Jogi. Und: Es ist die Zeit, in der selbst Fußball-Muffel neu lernen, was Abseits bedeutet.

Abseits, so weiß jedes Kind, ist dann, wenn ein ballannehmender Spieler der angreifenden Mannschaft im Moment der Ballabgabe durch den ihn anspielenden Spieler näher an der gegnerischen Torlinie steht als ein Spieler der verteidigenden Mannschaft. Alles klar? – Falls nicht, empfehle ich Ihnen einen 90-Minuten-Crashkurs in den nächsten Wochen. Eines ist jedenfalls klar: Wenn einer im Abseits steht, wird das Spiel unterbrochen. Der Angriff ist vorbei. Es gibt Freistoß für die gegnerische Mannschaft. – Ich finde, das ist ein großartiges Gleichnis für das, was Jesus für uns getan hat.

Jesus im Abseits

Er ist in diese Welt gekommen und wurde ins Abseits gestellt. Beschimpft, beschuldigt, bespuckt. Verraten, verkauft, verurteilt. Gekreuzigt, gestorben, begraben. Er hat diesen Weg gewählt und sich ins Abseits stellen lassen. Zugegeben, da enden die Vergleiche mit dem Fußball. Die Folgen aber sind wiederum verblüffend parallel: Weil dieser Jesus im Abseits steht, wird das Spiel dieser Welt unterbrochen. Die Angriffe der tausend berechtigten oder unberechtigten Beschuldigungen gegen uns sind vorbei und haben keinen Anspruch mehr an uns. Es gibt einen Freispruch für uns, die wir einst Gegner Gottes waren. – Kurzum: Weil Jesus im Abseits steht, gehören wir zu Gottes Mannschaft. Mehr noch als die Spieler einer Mannschaft und mehr als die Fans eines Teams gehören wir Christen zusammen, auch wenn uns gelegentlich manches schmerzlich trennt. Davon lesen Sie mehr in dieser Ausgabe unseres Magazins.

Seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr
Steffen Kern