1. Dezember

„Alle Jahre wieder …“
warte ich auf diese besondere Zeit: Kerzen anzuzünden, Zimtwaffeln, Glühwein, eine Weihnachts-CD und am besten noch ein Feuer im Ofen. Viel gemütlicher geht es fast nicht. Deshalb ein Bekenntnis vorweg: Ich liebe den Advent! Eigentlich schon immer. Und in diesem Jahr?

Manches wird sicher ganz anders. Ich gehöre zu denjenigen, die gerne einen Weihnachtsmarkt besuchen – am liebsten sogar gleich mehrere. Das werde ich vermissen. Und zusammen zu singen.
Eine volle Kirche an Heiligabend. Vertraute Gemeinschaft. Aber das damit Advent- und Weihnachten gelaufen ist? Hoffentlich nicht. Denn schon vor 2000 Jahren, als Jesus in einem Stall zur Welt kommt, war alles anders als erwartet. Unerwartete Umstände sind also eine weihnachtliche Ur-Erfahrung.
Und auf einmal klingt es in meinem Herzen – wirklich, ungeplant und einfach so:
„O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit...“

Gnadenbringende Weihnachtszeit?

Gnade kann ich nicht befehlen.
Aber empfangen, ja das geht.
Auf sie hoffen.
Mich nach ihr sehnen.
Und darum bitten – das kann ich auch.
Gnade für die alte Frau nebenan.
Für die Mutter und den Vater.
Gnade für den Kranken und die Krankenschwester.
Für den Pianisten ohne Konzert.
Gnade für die Ärztin und den Politiker.
Für die, die alles haben und die, denen das Nötigste fehlt.
Gnadenbringende Weihnachtszeit!

„Seht doch! Jetzt beginnt die Zeit, in der Gott Gnade schenkt!“

Christiane Rösel