Im Flug der Zeiten

Liebe Apis, liebe Freunde,

die Zeichen stehen auf Wandel. Die Zeiten ändern sich. Das war schon immer so: Beständig ist nur der Wandel. – Diese Sätze sind Binsenweisheiten aus dem Volksmund, die doch eine tiefe Wahrheit aussprechen, die wir allzu häufig übersehen: Es ändert sich vielmehr, als wir wahrhaben wollen. Das lehrt uns ein Blick in die Geschichte: Vor gut einhundert Jahren, als der Schönblick gebaut und eingeweiht wurde, tobte in Europa ein verheerender Krieg. Hunderttausende starben. Zugleich gingen Staatssysteme zu Ende; bald wurde die erste Republik ausgerufen. Und parallel dazu hielt das Automobil Einzug auf den Straßen. Der technische Fortschritt ging rasant voran. Noch ein paar Jahre später konnte man – unvorstellbar – sogar Radio hören.

Heute lächeln wir müde über diese Errungenschaften, die uns wie Sandkasten-Spiele vorkommen angesichts der Entwicklungen, die uns gegenwärtig beschäftigen: Wieder gibt es politische Umwälzungen in der Welt, die atemberaubend sind. Der Terror verbreitet seine Schrecken. Nationalismen erstarken neu. Auf den Straßen fahren die ersten selbstfahrenden Autos, und ein Alltagsleben ohne das Internet ist kaum mehr vorstellbar. Wieder einmal leben wir im Zeitalter einer medialen Revolution. Wie übrigens auch zur Zeit der Reformation vor 500 Jahren, die ohne den Buchdruck undenkbar gewesen wäre. Alles wird anders: die Art, wie wir arbeiten, wohin wir reisen, wie wir leben. Das hat Folgen, auch für die Gemeinschaftsarbeit.

Was uns leitet

Die Zeiten ändern sich. Weil unsere Väter und Mütter das wahrgenommen haben, haben sie unseren Verband gegründet, den Schönblick gebaut und neue Formen des Gemeinschaftslebens geschaffen. Sie haben es ermöglicht, dass Menschen in Not geholfen wird. Die Hoffnung in ihrem Herzen hat ihr Handeln geprägt. So entstanden diakonische Aufbrüche. Wir stehen wieder an so einer Schwelle: Klassische Formen der Gemeinschaften werden kleiner und weniger; das gilt für manche Bibelstunden. Andere blühen auf und wachsen: Das gilt für Gemeinschaften, Gemeinden und diakonische Aufbrüche. Entscheidend ist, dass wir in diesem Wandel unserem Auftrag treu bleiben und uns an den Herrn halten, der mit uns durch die Zeiten geht und immer derselbe bleibt. Darum ist es gut, wenn wir uns als Gemeinschaftsverband gerade im Blick auf den Wandel an unser Leitwort erinnern:

„Ich lebe und ihr sollt auch leben“, sagt Jesus Christus.

Wir freuen uns an diesem Leben
und vertrauen gemeinsam auf Gottes Wort.

Wir laden ein zum Leben mit ihm
und geben seine Liebe in Wort und Tat weiter.

Auch für den Wandel in Ihrem persönlichen Leben enthält die Ausgabe dieses Magazins wertvolle und inspirierende Artikel.

Gott segne Sie!
Ihr
Steffen Kern