Mehr als ein Job

Liebe Apis, liebe Freunde,
 
über die Arbeit werden gerne Witze gemacht, so nach dem Motto: „Ich mag meinen Job; das einzige, was mich stört, ist die Arbeit!“ – Arbeit erscheint oft als etwas Lästiges, Mühsames und Beschwerliches. Arbeit als ein notwendiges Übel, oder wie es das offene Bekenntnis des eher Tätigkeitsscheuen ausdrückt: „Arbeit ist nichts für mich; ich bin eher so ein Freizeittyp.“ Manchmal ist diese Haltung gepaart mit der Überzeugung: „Ich verdiene Millionen; die zahlt mir nur keiner.“ Und darum freuen wir uns auf kaum etwas so sehr wie auf das Wochenende. In Radiosendern ist schon am Mittwoch davon die Rede, dass schon die Hälfte auf dem Weg zum Wochenende geschafft sei. Und am Montag bedauern wir uns gegenseitig. „I don’t like Mondays; ich mag Montage nicht“, singt ein ganzes Land im Chor. Dabei ist Arbeit etwas Großartiges.

Leben ist sinnvoll – nicht nur am Wochenende

Das merken wir spätestens dann, wenn wir sie los sind. Wer arbeitslos ist oder es einmal war, kann ein Lied davon singen. Wer aus gesundheitlichen Gründen plötzlich nicht mehr arbeiten kann, weiß den Wert der Arbeit zu schätzen. Wer plötzlich raus ist, würde so gerne wieder dabei sein. Arbeit ist mehr als nur Beschäftigung. Mehr als nur ein Job. Auch mehr als nur Mittel zum Zweck des Geldverdienstes. Wenn wir arbeiten, tun wir, was wir können – und was wir sollen. Gott hat uns Gaben gegeben und eine Aufgabe: Wir sollen die Schöpfung bebauen und bewahren. Arbeit gehört zum Menschsein. Arbeit hat mit unserer Würde zu tun. Nein, Arbeit ist gewiss nicht alles im Leben. Menschsein bedeutet mehr als Arbeiten; darum hat Gott ja den Sonntag geschaffen. Aber Arbeit gehört zu unserem Leben, macht uns zufrieden, lässt uns erkennen, dass wir etwas Sinnvolles tun können und gibt uns etwas zurück von dem, was wir als Sinn empfinden. Manche erfahren sogar: Arbeit macht glücklich.

Weil das so ist, lohnt es sich, die Arbeit einmal zum Thema zu machen. Ob sie erwerbsmäßig geschieht oder zuhause, ob in der Kindererziehung oder im Ruhestand, ob in der Werkstatt oder im Büro, ob im Anzug oder im Blaumann – Arbeit ist immer da. Sie begleitet uns unser Leben lang. Sie ist immer wieder mühsam – ja, das gewiss auch. Sie ist aber ein Grund, dankbar zu sein. Und sie ist Verpflichtung: Wenn Arbeit mit unserer Würde zu tun hat, haben wir auch auf angemessene Arbeitsbedingungen zu achten. Verantwortung haben also alle: Arbeitnehmer und Arbeitgeber.  In dieser besonderen Ausgabe unseres Magazins lesen Sie von Berufen und Berufungen. Sie begegnen Menschen bei der Arbeit. Und Sie werden erleben: So unterschiedlich die Arbeitsbereiche der Einzelnen sind – alle sind sie mit Gott im Job unterwegs.

Seien Sie freundlich gegrüßt
Ihr
Steffen Kern