2.Mose 7-9 (Auswahl) „Kampf der Giganten“

Gott bestimmt die „Spielregeln“ (7,1-7)
Gott hat es nicht nötig, persönlich zum Kampf gegen den Pharao zu erscheinen. So sendet er Mose als seinen „Stellvertreter“ (V. 1: Er hat ihn „zum Gott gesetzt für den Pharao“). Aaron als sein „Prophet“ soll als Sprecher auftreten. Vollmächtig kündigt Gott an, dass er das Herz des Pharao verhärten wird. Mit den folgenden Plagen verfolgt er zwei Ziele: die Befreiung seines Volkes (V. 4) und die Gotteserkenntnis der Ägypter, indem er seine Macht erweist (V. 5 u. 17). Von Anfang an ist offensichtlich, dass Gott die Regeln des Kampfes bestimmt und die Fäden in der Hand hält.

Das „Duell“ beginnt (7,8-13)
Die erste Machtdemonstration Gottes vor dem Pharao diente schon bei Moses Berufung und vor den Israeliten zur „Beglaubigung“ (4,1-5.30). Noch können Pharaos Leute mithalten, doch die Schlange des „Aaronstabes“ (!) erweist sich als stärker als die Schlangen der ägyptischen Zauberer. Pharaos Herz wird „verstockt“ – er denkt nicht daran, sich geschlagen zu geben. Dadurch entsteht die Gelegenheit und die Notwendigkeit, dass Gott seine Macht durch immer neue „Strafwunder“ erweisen kann und muss.

2:2 in der spannenden Eingangsphase (7,14-8,11)
Gott „lockt seinen Gegner aus der Reserve“, und Pharaos Leute haben durchaus „etwas zu bieten“. Bei den ersten beiden Plagen (Wasser wird in Blut verwandelt; Frösche) können sie noch „mithalten“. Der Pharao verspricht, die Israeliten zum Opfern ziehen zu lassen, wenn ihr Gott Jahwe die Frösche beseitigt. Doch nachdem er wieder „durchatmen“ kann, hat er das schnell vergessen.

Erste Schwächen auf der ägyptischen Seite (8,12-28)
Als Ägypten von Stechmücken heimgesucht wird, kapitulieren die Zauberer kleinlaut: „Das ist Gottes Finger“, müssen sie vor dem Pharao eingestehen (V. 15). Mit Gottes Übermacht können sie auf Dauer nicht mithalten.
Bei der vierten Plage, als Gott die Stechfliegen schickt, wird es den Ägyptern eindrücklich, dass Gott auf der Seite der Israeliten steht: keine Insektenstiche im Land Goschen ... Der Pharao macht erneut Zugeständnisse (V. 21.24), die er nach dem Ende der Plage aber wieder zurücknimmt.

Jetzt geht’s an die Substanz (9,1-12)
Nach den zwar lästigen, aber noch nicht tödlichen ersten vier Plagen gibt es nun empfindliche Einbußen auf ägyptischer Seite, zumindest unter den Tieren (Viehpest). Doch der Pharao gesteht seine Unterlegenheit nicht ein. So tritt Gott als der wahre Herr umso deutlicher hervor. Er steht eindeutig auf der Seite seines Volkes, das er auch bei dieser Plage verschont.
Zu Beginn der „zweiten Halbzeit“ (6. Plage) „melden“ sich die „Feldspieler“ des Pharao gar „krank“, weil sie von Gott kurzerhand durch Blattern (Beulenkrankheit auf der Haut) „außer Gefecht“ gesetzt wurden. So können sie nicht einmal vor Mose erscheinen.

Die Niederlage zeichnet sich ab (9,13-35)
Das Hagelunwetter der siebten Plage fordert erste Todesopfer. Alle, die die Warnungen Gottes in den Wind geschlagen haben, bezahlen ihren Ungehorsam mit dem Leben. Angesichts der getöteten Menschen und Tiere und der zerstörten Pflanzen gesteht der Pharao zeitweise sogar seine Schuld ein und fordert Mose und Aaron auf, zu Gott zu beten (V. 27f).

Von Gott gilt – bis heute: „Meinesgleichen ist nicht in allen Landen“ (9,14) und „die Erde ist des HERRN“ (9,29).

Fragen zum Gespräch:
· Wo werden heute „aussichtslose Kämpfe“ gegen Gott geführt?
· Für welche „verstockten Herzen“ können wir Gott heute bitten?

Hartmut Bosch

Impulse zur Veranschaulichung für Erwachsene und Kinder:
Symbol für rotes Seil: Fliegenklatsche.
„Die Mosegeschichte auf schwäbisch erzählt“ von Bernhard Reusch, S. 22 ff.

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