2.Mose 4,18-6,1 Mit Gottes Auftrag durch Höhen und Tiefen

Die Befreiung Israels aus der Versklavung in Ägypten ist ganz die Tat Gottes, die er aus Liebe tut: „Als Israel jung war, hatte ich ihn lieb und rief ihn, meinen Sohn, aus Ägypten“ (Hos 11,1). Doch Gott benutzt dabei Mose und Aaron als seine Mitarbeiter. So kann man den Abschnitt auch aus der Perspektive von Mitarbeitern Gottes lesen.

Konsequente Nachfolge des Mitarbeiters (4,18-23)
Gott hat sich Mose am brennenden Dornbusch offenbart und ihn beauftragt. Mose zieht die „Konsequenz“ (lat. consequi = „nach-folgen“): Er folgt Gott (nach) und folgt seinen Anweisungen und kehrt nach Ägypten zurück.
Unterwegs bereitet Gott seinen „Diplomaten“ darauf vor, dass es eigentlich um zwei Machthaber geht, die Anspruch auf die Israeliten erheben. Hat das Volk Jahwe (4,23) zu dienen oder dem Pharao (5,4f)? Gott steht zu seinem „erstgeborenen Sohn“ (4,22), der vom Pharao unterdrückt wird. Schließlich wird Gott sich als der Mächtigere erweisen und „im Gegenzug“ die Erstgeborenen aus dem Volk des verstockten Pharao töten (4,23).

Der Gottesmann und die dunkle Seite Gottes (4,24-26)
Mose ist auf dem Weg, seinen Auftrag gehorsam auszuführen. Doch auch der treue „Nachfolger“ begegnet der „verborgenen“, rätselhaften Seite Gottes, wie schon Jakob am Jabbok (1.Mose 32).
Auch Christen werden Gott niemals völlig „erfassen“ und „begreifen“ können. Gott bleibt letztlich „unfassbar“. Doch wir dürfen und sollen uns daran halten, wie er uns in seinem Sohn Jesus Christus begegnet.

„Gott wirkt! – auch durch uns“ (4,27-31)
Gott stellt Mose Aaron an die Seite, sodass sie in einer „Zweierschaft“ arbeiten können. Zusammen richten sie Gottes Wort aus und erfahren, dass es Wirkung zeigt: Das Volk glaubt und wendet sich Gott zu. Welch eine schöne Erfahrung für Gottes Mitarbeiter!

„Schlimmer als vorher!“ – sinnloser Einsatz für Gott? (5,1-21)
Dem „Hoch“ folgen zähe Verhandlungen bei dem, der sich selbst für übermächtig ansieht. Pharao hat nur Hohn und Spott für Gott übrig: „Wer ist der HERR, dass ich ihm gehorchen müsse ...? Ich weiß nichts von dem HERRN“. Das Ergebnis: Er erschwert die Arbeitsbedingungen. Das Stroh zur „Armierung“ der Lehmziegel wird nicht mehr gestellt, sondern muss von den hebräischen Sklaven selbst beschafft werden. So ist es verständlich, dass die Aufseher der Israeliten sich bei den beiden „Gottes-Mitarbeitern“ beklagen.
Manchmal müssen Gottes Boten Rückschläge ertragen und das aushalten, was eigentlich dem „Auftraggeber“, Gott selbst, gilt (vgl. Joh 15,18-21).

Rückzug ins Gebet (5,22-23)
Mose hält Gott offen und ehrlich seine Fragen und seine Klagen vor. Aus den Worten klingen Verzweiflung, Wut und Enttäuschung – all das darf ein Mitarbeiter Gottes seinem Herrn sagen und klagen! Mose liefert keine Erhörungsvorschläge und möglichen Antworten. Vertrauensvoll legt er alles seinem Herrn ans Herz.

Gott antwortet dem Verzweifelten (5,24)
Gott hat das Gebet seines „Knechtes“ (4,10) gehört und geht darauf ein. Bis Mose die Erhörung sehen wird, braucht er noch Geduld. Doch Gott gibt ihm die Zusage, das Versprechen, dass er seine Rettungsaktion zum Ziel bringen wird, an der auch Mose mitarbeiten darf.
Auf Gottes Wort dürfen wir uns als Mitarbeiter Gottes verlassen, auch wenn wir seine Erfüllung (noch) nicht sehen können – Gott wird es wahr machen!

Fragen:
· An welcher Stelle gebraucht Gott mich als seinen Mitarbeiter/seine Mitarbeiterin?
· Welche Erfahrungen habe ich dabei schon gemacht?

Hartmut Bosch, Pfr.z.A., Münsingen-Auingen

Impulse zur Veranschaulichung für Erwachsene und Kinder:
Symbol für rotes Seil: mehrere Bauklötze oder Ziegel aus Styropor (härtere Bedrückung) oder statt Peitsche (Kap 1) nun ein Schwert.
Gespräch: Zeitweise kann es so aussehen, als wenn Gehorsam und Gebet vergeblich wären. Sucht Beispiele aus der Bibel und eigene Erfahrungen! Wie ging es am Ende aus?

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