2.Mose 35,4-29 (-36,38)

„SIEHE DA, DIE HÜTTE GOTTES BEI DEN MENSCHEN!“ (Offb 21,3)

Mit der Stiftshütte, dem „Zelt der Begegnung“, sorgt Gott dafür, dass er für sein Volk „erreichbar“ ist.
Hier „wohnt“ er mitten unter den Menschen (2.Mose 25,8). Nebenbei bemerkt: Im NT wird später ganz Ähnliches wie von der Stiftshütte von Jesus gesagt (vgl. Joh 1,14; 14,10; Kol 2,9), und zuletzt wird Gott selbst bei den Menschen wohnen (Offb 21,3).

Gott selbst gibt genaue Anweisungen zum Bau (V. 4). Die Stiftshütte und der Opferkult im AT sind also nicht Versuche des Menschen, Gott nahe zu kommen, sondern Gottes Stiftungen, Zeichen seiner Zuwendung und Nähe zu seinem Volk. Sämtliche Anordnungen, die Gott gegeben hat (Kap. 25-31), werden von den Israeliten aufs Genaueste ausgeführt. Dies wird im Text daran deutlich, dass sie in Kap. 35-39 auf weite Strecken fast wörtlich wiederholt werden. Mose gibt der Gemeinde das weiter, was Gott ihm aufgetragen hat. Er handelt als „Gottes Mund“, nicht „auf eigene Rechnung“ – das ist sein Dienst.

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2.Kor 9,7) (V. 5-9.21-24)
Immer wieder wird in diesem Abschnitt betont, dass Baumaterialien und Ausstattungsgegenstände für die Stiftshütte „gern und freiwillig“ (V. 21) vom Volk gegeben werden. Die Menschen sind „von innen heraus“, von Gott zum Geben motiviert. Es spenden die, „die ihr Herz dazu trieb“ (V. 29). An keiner Stelle wird hier davon berichtet, dass die Gemeinde zu einer Abgabe genötigt werden muss.
Schließlich muss Mose sogar die Opferbereitschaft bremsen und „abkündigen“ lassen, dass schon zu viele Opfergaben eingegangen sind (2.Mose 36,5-7)! Welche Gemeinde oder Gemeinschaft hätte nicht gerne solche „Probleme“...?
Die Spenden werden gegeben „zu allerlei Verwendung für den Dienst“ (V. 24). Sie kommen also in vollem Umfang der Arbeit am Heiligtum zugute. Jedes einzelne Opfer ist ein Beitrag dazu, dass das gelingen kann, was Gott aufgetragen hat.

„Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ (1.Petr 4,10) (V. 10-19.25-29)
Neben den Sachspenden stellen viele ihre (Gnaden-)Gaben und Fähigkeiten Gott zur Verfügung (z.B. der Kunsthandwerker Bezalel: „erfüllt mit dem Geist Gottes, dass er weise, verständig und geschickt sei zu jedem Werk“, V. 31ff; vgl. 1.Kor 12,4-7). Jeder hilft nach seinen persönlichen Gaben mit. Alle werden gebraucht, denn jeder trägt seinen Teil zum Ganzen bei. Jeder tut das, was ihm liegt und von dem er etwas versteht (nicht: ein kleiner Kreis von Hauptamtlichen, Kirchengemeinderäten oder Bezirksbrüdern macht die ganze Arbeit). Im Miteinander kann das große gemeinsame Projekt gelingen. Dabei sind Männer und Frauen gefragt (V. 22.25.26.29 u.a.).
Weil die richtigen Leute an den richtigen Stellen sind, nämlich die, „die diese Kunst verstanden“ (V. 25) und „die solche Arbeit verstanden und willig dazu waren“ (V. 26), ist das Ergebnis von bester Qualität. Die gemeinsame Überzeugung wird hier deutlich: Nur das Beste für den Herrn – mit weniger sollten auch wir uns nicht zufrieden geben (vgl. 2.Mose 30,23; 34,26 u.a.)!
Interessant, dass die Kunst ganz in den Dienst des Herrn gestellt wird. Kunst ist hier kein Selbstzweck, sondern sie hat die Ehre Gottes und den Nutzen für die Menschen im Blick.

Fragen zum Gespräch:
· Wo haben wir „Orte der Begegnung“, an denen wir Gott begegnen können?
· Was sind meine Beweggründe, zu „opfern“ (spenden) und meine Gaben einzusetzen?
· Wofür setze ich meinen Besitz, meine Zeit und meine Fähigkeiten ein?

Hartmut Bosch, Pfr. z.A.
Münsingen-Auingen

Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene:
Auf einem Tisch verschiedene Gegenstände auslegen, z.B. Handy, Zeitschriften, Cola- oder Bierflasche, Markenkleidung etc.
Fragen zum Nachdenken: Was brauche ich wirklich? Worauf könnte ich leicht verzichten? Was würde mir schwer fallen? Damals brachten viele freiwillige Gaben.
Anstoß: Schaffen wir es, in nächster Zeit auf etwas ganz konkret zu verzichten und das Geld dafür für Gottes Sache zu geben? Was nehme ich mir konkret vor? > Eventuell eine Extrakasse aufstellen, in der speziell diese Gaben gesammelt werden können.
Kleine Anekdote am Rande: Ein Besucher kommt zum Prediger und fragt: „Soll man den Zehnten vom Brutto- oder Nettogehalt geben?“ Antwort des Predigers: „Willst du brutto oder netto gesegnet werden…?“

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