2. Mose 23,1-13

Themen, die Gott am Herzen liegen: Gerechtigkeit, Wahrheit, Feiern und Erquickung

V. 2: Auch Mehrheiten können irren. Hier ist eine Grenze der Demokratie
V. 6: Interessant, dass schon so früh vorausgesetzt wird, was Jesus auch später sagt: Arme gibt es immer. Aber sie stehen unter Gottes besonderer Fürsorge, und für Gott sind auch gesetzliche Regelungen eines Ausgleichs selbstverständlich, wie die Erlassjahrs–Regelungen zeigen: 3.Mose 25.
V. 7: Wie gut, dass Gott so klar und hilfreich redet. Gibt es Handlungsbedarf?
Vers 8: Sind wir bestechlich? Auf den ersten Blick natürlich nicht. Aber fallen unsere Entscheidungen privat und in der Gemeinschaft „ohne Ansehen der Person“?
V. 9: Hier gibt Gott dem Volk Israel im Nachhinein einen Schlüssel für das Verständnis der ganzen Leidenszeit in Ägypten: Jetzt können sie Menschen in ähnlichen Lebenslagen verstehen! Dies kann uns ein Schlüssel sein für viele schwere Führungen in unserem Leben!
In unserer Multi-Kulti-Gesellschaft sind Fremdlinge ein zunehmendes Problem für die Politik. Aber lassen wir uns davon nicht anstecken. Für Jesus–Leute stellt sich die Frage ja noch ganz anders: Gott schickt Fremdlinge aus praktisch allen Ländern der Erde in unsere Betriebe, Universitäten und Asylantenheime. Viele können sogar Deutsch. Welche Chance, wenn sie hier Jesus kennen lernen oder wenigstens Freundschaften mit Christen schließen. Was wäre das, wenn Türken, Kurden, Russen und andere als Jesus-Zeugen in ihre Länder zurückkehren!?
V. 10 Das Sabbatjahr: Ein echter Vertrauenstest! Aber Gott lässt sich nicht „lumpen“: Wer ihm vertraut, wird im Jahr vorher mit einer Extra–Portion beschenkt: 3.Mose 25,20-21. Wie wurde es praktiziert? Wir wissen nichts Genaues, aber fast 900 Jahre später erinnert sich das Volk Israel unter Nehemia (10,32) daran, und auch in der Makkabäerzeit und in Qumran, also zur Zeit von Jesus, wird es erwähnt! Die Begründungen sind vielfältig und modern: 1. Es geht ganz ökologisch um die „Nachhaltigkeit“ der Landwirtschaft. 2. Wir werden erinnert: Alles Eigentum ist uns nur von Gott geliehen. Es gehört ihm allein: 3.Mose 25,23.+3. Die Armen stehen unter Gottes besonderer Fürsorge.
Lange Zeit vergessen, wird das Thema „Sabbatjahr“ heute wieder neu entdeckt: Einzelne legen ein persönliches oder berufliches Sabbatjahr ein; Gemeinden und Gemeinschaften ebenfalls.
Der Sabbat: Auch er wird verschieden begründet: 1. Gott selber ruht aus. Dabei ist aber nicht gemeint, dass Gott nach der Schöpfung erschöpft ausruhen muss, sondern es ist ein feierndes Ruhen: Die Schöpfung ist zum Ziel gekommen, vollendet und gut. Jetzt kann und soll gefeiert werden 2.Mose 20.
2. Der Sabbat soll ein Tag der Erinnerung sein nicht nur an die Schöpfung , sondern auch an die Erlösung: 5.Mose 5,15. 3. Die Erholungspause soll der gesamten Schöpfung zugute kommen: Mitmensch, Tier und Natur werden einbezogen. „Feiern“ V. 12: Nicht nur Gebet und Gottesdienst, sondern auch das gemeinsame Festessen ist in der jüdischen Sabbatfeier bis heute ganz wichtig!
Gelten diese Gebote im Neuen Bund für uns heute noch? 2 Testfragen:
1. Was wird von Jesus und den Aposteln wiederholt?
2. Was wird im Apostel-Konzil Apg 15 für die Heidenchristen vereinbart?
Der Sabbat kommt da nicht mehr vor.
Wenn Jesus sich selbst als Herrn über den Sabbat bezeichnet, schafft er ihn zwar nicht ab, aber er deutet an: In seinem Kommen wird nicht mehr die Vollendung der alten Schöpfung gefeiert, sondern der Beginn der Neuschöpfung, ja, der Beginn der endzeitlichen Sabbatruhe (Hebr 4,9).
(Heiden)christen feiern nicht den Sabbat, den 7. Tag, sondern den 1. Tag der Neuschöpfung, den Sonntag, nämlich den Auferstehungstag.
Trotzdem können wir vieles vom Reichtum des Sabbats auf den Sonntag übertragen, nicht als Gesetz, sondern als Segenslinie:
Viele berichten, wie sie am Sonntag auf Arbeit verzichten und dadurch nicht ärmer, sondern gesegnet werden.
Testfrage für die Sonntagsgestaltung: Wie viel Zeit für Gott, für mich, für andere?
Unser Text erinnert vor allem ans Feiern und Erquicken: Da sind die Bedürfnisse der verschiedenen Mitglieder der Familie oft total gegensätzlich: Der Vater, der die ganze Woche auf dem Bürostuhl saß, will raus und Action. Die Mutter, die ganze Woche im Haushalt hin und her, will nichts als ein Sofa. Hier brauchen wir Kreativität und Liebe. Bloß keine Langeweile! Bloß keine Gesetzlichkeit! Vor allem müssen wir uns in Alleinstehende hineinversetzen: Wie geht es ihnen den ganzen Sonntag? Niemand soll ungewollt einsam sein! Wer mit dem Albverein wandern geht, hat den ganzen Sonntag Gemeinschaft. Und bei uns?

Fragen zum Gespräch:
· Zu V. 9: Reden Sie darüber, wie Sie sich vorkamen, als Sie einmal fremd waren. Das hilft Ihnen, die Fremden an Ihrem Ort besser zu verstehen und ihnen Gottes Liebe zu bringen.
· Feiern wir den Sonntag optimal? Haben wir alle im Blick? Neue Ideen?

Pfarrer Matthias Adt, Aldingen

Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene:
Aufgabe für die älteren Kinder: V. 1-9 in ihr heutiges Umfeld übersetzen. Zum Beispiel V. 1: „Du sollst über deinen Lehrer (Mitschüler) nichts Unwahres herumerzählen!
Wenn einer abgeschrieben hat, verteidige ihn nicht oder lüge gar für ihn…“. Anschließend vortragen lassen.

PDF