2.Mose 15,1-27

Gott loben, das ist unser Amt

I. Ein Psalm der Anbetung und des Gotteslobs (V. 1-21)

1. Eine Grunderfahrung für Israel
Es ist ein PSALM, ein Loblied auf Gott, welcher „die großen Taten Gottes“ zum Inhalt hat. Die Verse 20f zeigen dann, wie Mirjam ihn vorsingt. Der Psalm beleuchtet das Ereignis immer wieder – siehe Tabelle. Dabei kommt zunächst ein allgemeines Bekenntnis, dann der Blick auf die Feinde (ihr Schicksal, ihre Furcht etc.). Dann bereitet der staunende Blick auf Gottes Handeln die nächste Strophe vor.

Verse Bekenntnis Was ist mit dem Feind? Wie handelt Gott?
1 (Überschrift) Ich will dem Herrn singen Ross und Mann ins Meer Er hat eine herrliche Tat getan
2-5 Der Herr - meine Stärke, Lobgesang, Heil Schicksal des Pharaos Vers 4 Gott warf den Feind ins Meer
6-10 Herr - deine Rechte tut große Wunder Feindesgedanken Vers 9 Gott befiehlt Wind und Meer
11-17 Herr - wer ist dir gleich? Feindeserschrecken Verse 14-16 Gott rettet sein Volk
18-19 Der Herr wird König sein immer und ewig Pharaos Zug ins Meer Gott lässt die Israeliten trocken durchs Meer gehen


Aus dem Bedenken des einschneidenden Erlebnisses ergibt sich:

2. Der staunende Blick des Glaubens
Erst der Blick des Glaubens, der auf Gott schaut, kann hinter dem Erlebten die Hand Gottes entdecken. Der Glaube verknüpft also die alltägliche Erfahrung mit dem Wissen um Gott - was wie bei den Israeliten in diesem Psalm zum Lob Gottes führt. Es war nicht Schicksal, nicht die Mächte der Naturgewalten, - hinter allem steht Gottes Wille, und der meint es gut mit den Kindern Israel. Dies führt uns zu:

3. Die hohe Schule der Anbetung
Es gibt verschiedene Formen, Ehre und Dank zu erweisen. Doch erst wenn nicht mehr die Gabe, sondern der Geber in den Blick gerät, wird aus dem Dank die Anbetung. Das ist eine hohe Kunst! Prüfen wir uns selbst: Bei einer Gebetsrunde vor einigen Jahren hatten wir die Aufgabe, einmal nur einfach Gott zu loben. Schon der erste Beter hatte wieder Fürbitteanliegen dabei...

II. Ein Zeichen für menschliche Vergesslichkeit (V. 22-27)

Staunenswert im zweiten Teil ist einmal das kurze Gedächtnis des Gottesvolkes - „Undank ist der Welt Lohn“ -, doch wie sehr finden wir uns in diesem Verhalten wieder? Kaum nach dem wunderbar gesegneten Gottesdienst zu Hause angekommen und einen schönen Streit angezettelt? Wie viele Schalksknechte hat es seit Mara („bitter“) gegeben? Das ist „bitter“ - vor allem für Gott.
Und trotzdem: Seine Gnade ist kräftiger und durchgreifender als diese Vergesslichkeiten des Gottesvolkes - „... sind wir untreu - er bleibt dennoch treu!“ (2.Tim 2,13).
Das sehen wir in der Zusage (der Herr als Arzt), im Stab, der das Wasser verwandelt, und in der Oase mitten in der Wüste.

III. Eine Umschau in der Schrift

Das einschneidende Erlebnis in der frühen Geschichte Israels handelt vom entscheidenden Handeln Gottes, der wunderbaren Hilfe durch das Unüberwindbare und die Hoffnung auf den Einzug ins verheißene Land. So wird dies zum Urbild der Hoffnung des Gottesvolkes im Alten wie im Neuen Bund - und bis heute zu einem Urbild des Glaubensweges.
Weitere Parallelen: Josua errichtete Steine des Gedenkens (Jos 4), weil sich beim Gang durch den Jordan in anderer Weise das Geschehen am Schilfmeer wiederholt. Wieder wird klar, wie dieser Durchzug an ein neues Ufer tiefen sinnbildlichen Charakter in sich trägt.
Weiterhin vergleiche man das Danklied der Erlösten aus Jesaja 12 und Psalm 118 mit unserem Text. Der Verweis auf Gottes Handeln beim Durchzug leitet das erste Gebot ein (2.Mose 20).
Im Neuen Bund finden wir die Aufnahme des Geschehens im Hohelied des Glaubens (Hebr 11,29), aber auch in der interessanten Deutung in 1.Kor 10,1-13.

IV. Ein Bild für das Christsein und der Blick auf Christus

So wie die Kinder Israel eine wunderbare rettende Hilfe erfahren haben und nun doch nach kurzer Zeit murrend vor Mose stehen, stehen die Kinder des Neuen Bundes oft auch murrend da - trotz der errettenden Hilfe und dem Gang „durch das Wasser (der Taufe)“. Von einem Glauben, der die Rettungstat Gottes bejubelt, ist nichts mehr zu sehen. So werden die Israeliten uns zum warnenden Vorbild - sicher kein Grund, uns über sie zu erheben und den Kopf zu schütteln über ein solch kurzes Glaubensgedächtnis.
Letztlich sehen wir auch in diesem Text schon den, der durch das Wasser des Todes zu neuen Ufern vorangegangen ist und uns erlöste, eine Schneise durch die tödlichen Wasser schlug. Trockenen Fußes gelangen die Glaubenden hindurch („... wer an mich glaubt, wird nimmermehr sterben“ – „wer glaubt, ist vom Tode - im geistlichen ‚Schilfmeer’ - zum Leben hindurchgedrungen“, Joh 5,24; Joh 11,25).
Das „Gelobte Land“, das „ewige Leben“ ist noch in der Zukunft, aber durch manche Wüsten hindurch sind wir schon auf dem Weg. Nicht zu vergessen: Das Lied des Mose wird einst sogar vor Gottes Thron angestimmt (Offb 15,1-4).
Fazit: Gott, der so wunderbar retten kann, bringt auch - gewiss! - ans Ziel - zuerst die Israeliten - und auch uns! Davon kann man ein Lied singen! Glauben wir das?

Fragen zum Gespräch:
· An welcher Stelle entdecken wir eine Parallele im Text zu unserem Leben?
· Könnten wir einen Psalm unserer Errettung schreiben – wie lautet unser Loblied?
· Warum deckt das Negative so schnell manches Gute zu?

Stefan Kröger, Pfullingen

Impulse zur Veranschaulichung für Erwachsene und Kinder:
Das Plakat vom letzten Sonntag „Gott ist stark“ nochmals aufgreifen. Wie zeigt sich Gottes Stärke im NT? Vgl. Offb 15,3: Das Lied des Mose und das Lied des Lammes.
Impuls: Mehr als sonst singen, auch das Monatslied!
Wenn möglich Rhythmusinstrumente für die Kinder mitbringen (vgl. V. 20). Einen einfachen Reigen - z.B. zu „Lasst uns miteinander...“ – ausprobieren.
Impuls: Ein Loblied mit in den Alltag nehmen, damit es uns nicht so geht wie den Israeliten in V. 22ff.

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