2.Mose 13,1-22

Mit Gott unterwegs

Auf wunderbare Weise hat Gott sein Volk aus der Versklavung und dem Leiden in Ägypten herausgeführt. Nun gilt es, den Weg in die Freiheit zu gehen und zu gestalten. Das Volk bekommt Hilfen, das Eigentliche nicht aus dem Blick zu verlieren, und erlebt erste Schritte in der Freiheit der Kinder Gottes.

1. Von Gott erkauft
Durch Blut wird Gottes Erstgeburt - sein Volk Israel - von den Ägyptern erkauft. So soll auch die Gemeinde, die befreit und erlöst wurde, ihre Erstgeburt ganz Gott weihen - zum Zeichen dafür, dass sie ganz von Gott erkauft sind. Gott holt uns aus der Gebundenheit und Sklaverei heraus, damit wir ganz ihm gehören. Wir werden nicht in die Freiheit geführt, um dann unsere eigenen Herren zu sein. Der weitere Weg der Israeliten zeigt deutlich: Nur im Bund mit Gott kann Freiheit auch als solche erlebt und erfahren werden. Wer totale Freiheit und Autonomie will, wird sich immer wieder in neuen Verstrickungen und Versklavungen finden. Wirkliche Freiheit gibt es nur in der Bindung an den Befreier. Darum: heiligt euch, weiht ihm euer Leben, wenn Ihr um die Befreiung wisst. Lasst ihn ganz Herr sein in eurem Leben, und ihr werdet nichts verlieren, aber alles gewinnen.

2. Von Gott befreit
Jedes Jahr soll aus diesem Grund ein Fest gefeiert werden - sieben Tage lang. “Gedenkt”, - so lautet die dazugehörende Aufforderung. Gedenkt, dass der Herr euch befreit hat. Und dann erzählt es euren Kindern weiter: Wir feiern dieses Fest, weil Gott in die Freiheit führt. Weil er uns damals aus der Sklaverei herausgeholt hat.
Das geschieht auch heute noch wie damals, dass Gott befreit. Wer das erlebt hat, hat Grund zum Feiern. Wie wäre es denn mit einem Befreiungsfest? Wer das Datum seiner “Befreiung aus der Sklaverei” festmachen kann, könnte doch jedes Jahr diesen Tag zur Ehre Gottes und zum Zeugnis für andere feiern oder sonst einen Tag im Jahr zum Befreiungsfest erklären. Gott befreit auch heute aus der Gebundenheit und Sklaverei, aus dem Verstricktsein und Versklavtsein in Schuld und Sünde. Wer am eigenen Leib erlebt hat, was der Vater für ihn getan hat, kann anfangen, fröhlich zu sein. Feiern Sie mit! Und erzählen Sie es weiter, dass Gott ein Befreier ist und wie er Sie ganz persönlich aus “Ägypten” ins gelobte Land geführt hat.

3. Von Gott geführt
Was ich vor allem wichtig finde an dieser Geschichte von Wolkensäule und Feuersäule, die vor dem Volk Israel herziehen und ihm den Weg in die Freiheit zeigen, ist der Satz: Und der Herr zog vor ihnen her.
Wohin wir auch kommen, er ist immer schon da. Er geht immer voraus.
Es gibt keinen Tag, an dem er uns allein lässt. Es fällt keine Nacht, in der wir einsam wären und von ihm verlassen. Gott will in jedem Augenblick bei uns sein. Er zieht uns voran und lässt uns nicht allein. So können wir bei Tag und Nacht sichere Schritte tun. Er ist da - und doch verborgen. Nur die Wolke ist zu sehen. Gott selbst nicht, sodass das Zeichen für sein Nahesein zugleich das Zeichen für seine Verhüllung ist. Der, der nah sein will, ist zugleich verborgen.
Sie sehen etwas, was mitgeht, was schützt, was den Weg weist. Aber sie sehen Gott selbst nicht, und auch das Ziel ist im Voraus nicht zu erkennen.
Zu glauben heißt, diese Spannung auszuhalten: darauf zu vertrauen, dass er mitten unter uns ist. Und zugleich um seine Verborgenheit zu wissen, sodass man immer wieder danach fragen, neu aufbrechen und nach ihm suchen muss. Gott ist gegenwärtig - das stimmt, unabhängig davon, ob wir es erkennen oder nicht. Machen wir uns auf den Weg, und wir werden es erfahren.

Fragen:
· Wo zeigt es sich, dass ich von Gott erkauft und damit ganz sein Besitz bin?
· Wissen meine Kinder und die Menschen um mich her die Geschichte meiner Befreiung? Wie kann ich ihnen davon zeugnishaft erzählen, was Gott in meinem Leben getan hat?
· Warum haben wir oft so viel Angst vor ungewissen Wegen, wenn Gott Tag und Nacht vorausgeht?

Martin Rudolf, Laichingen

Impulse zur Veranschaulichung für Erwachsene und Kinder:
Gott führt sein Volk einen Umweg (V. 17-18). Dies könnte man so veranschaulichen: Jemand wird z.B. statt durch eng besetzte Stuhlreihen etwas weiter außen herum geführt, um ihn so vor Schwierigkeiten zu bewahren.
Impuls: Persönliche Erfahrungen weitergeben, wie Gott einen Umweg führte, der sich später als gut erwiesen hat; oder Beispiele aus der Bibel dazu suchen.

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