2.Mose 10,1-29 Wider alle menschliche Vernunft!

Schon so lange zog es sich hin. Bereits sieben Plagen hatte Gott über den Pharao und die Ägypter kommen lassen. Immer wieder hatte es danach ausgesehen, dass die Israeliten endlich die Freiheit bekommen. Aber im letzten Moment kam immer wieder der Sinneswan-del des Pharao.

Die Verstockung
Die Bibel sagt: “So wurde das Herz des Pharao verstockt.” Wider alle menschliche Vernunft lässt er die Israeliten nicht ziehen und nimmt lieber in Kauf, dass sein Volk noch länger unter Gottes Strafen leiden muss. Dass das Herz des Pharao sich so verhärtet hat, lag an seinem absoluten Machtdenken, das Gottes Souveränität nicht anerkennen wollte. Doch zunehmend wurde seine Verstocktheit auch zum Gerichtshandeln Gottes an ihm. Der Pharao fand nicht mehr den Weg der Umkehr! Zugleich wollte Gott auch den Israeliten deutlich zeigen, dass sie schließlich nicht durch die Gnade des Pharao ziehen durften, sondern allein aufgrund von Gottes machtvollen Taten.
Auch wir machen heute die beängstigende Entdeckung: So oft versündigen sich Menschen wider alle menschliche Vernunft. Wie oft beharrt einer im Unrecht und lässt zu, dass andere leiden müssen, nur weil er seine falsche Meinung nicht aufgeben will – man denke an die Kriegstreiber in aller Welt. Der Pharao ist schon lange tot, aber seine Gesinnung gibt es auch noch heute! Wie gut, dass auch der andere in unserem Abschnitt ebenfalls noch heute da ist: Gott, der allmächtige Schöpfer und der Vater seines Volkes!
Warum aber all diese Plagen, die über die Ägypter kommen? Die Bibel sagt: Gott will ein Zeichen setzen, damit alle wissen: Allein Gott ist der Herr. So hat es auch Jesus getan (vgl. die Wunderberichte im Johannesevangelium).

Weitere Entdeckungen am Text
Interessant ist, dass der Pharao mit Mose so typisch orientalisch handeln will. Nur einen Teil des Volkes will er ziehen lassen, nicht alle. Aber da hat er sich getäuscht. Mit Gott kann man nicht handeln. Auch Jesus betont: “Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel” (Matth 5,37).
Bei allen Schritten in der langwierigen Auseinandersetzung zwischen Gott und dem Pharao bedient sich der Herr stets des Mose. Gott lässt Mose mit dem Pharao verhandeln. Er lässt Mose den Stab ausstrecken, sodass die Plage beginnt. Erst durch Moses Gebet endet die Plage. Daran zeigt sich: Gott braucht Leute, die sich für seine Sache einsetzen. Gott braucht Menschen, die seine Botschaft ausrichten und seine Pläne mit umsetzen!
Die Plage ist für die Ägypter sehr bedrohlich: Die Heuschrecken fressen alles, was noch vom Hagel (7. Plage) übrig war. Heuschreckenplagen waren in Ägypten bekannt, aber nicht in diesem Ausmaß. Schließlich sieht der Pharao ein, dass er sich an Gott versündigt hat. Er bittet um Vergebung. Aber leider ohne persönliche Konsequenzen. Wie viele Menschen flehen doch zu Gott in der Not, sie bekennen auch ihre Schuld, aber sobald Gott die Not gewendet hat, leben sie wieder ohne Gott.

Die neunte Plage
Die Finsternis-Plage wird dem Pharao nicht im Voraus angesagt. Auf seine Weigerung, die Israeliten nach dem Ende der Heuschreckenplage ziehen zu lassen – trotz gegenteiligen Versprechens –, lässt Gott gleich die nächste Plage folgen.
War zuvor oft die materielle Existenz betroffen, so sind in der vorletzten Plage nun Leben und Psyche zugleich bedroht. Die totale Finsternis hält kein Mensch auf Dauer aus. Nach drei Tagen ist der Pharao mürbe und zu weiteren Verhandlungen bereit. Aber Mose will nicht verhandeln. Alle sollen mitsamt ihrem Besitz ziehen können. Doch der Pharao geht nicht darauf ein. Er ist sich des Ernstes der Situation nicht bewusst – im Gegensatz zu seinen Beratern übrigens, auf deren Initiative erst der Pharao das Gespräch mit Mose suchte (Vers 7).

Fragen zum Gespräch
· Kennen wir auch Menschen, die wider alle Vernunft sich Gottes Anspruch entziehen und dadurch andere mit ins Verderben reißen? Und was können wir da tun?
· Wenn Gott in unserer Welt handeln will, bin ich bereit, mich ihm als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, oder schaue ich lieber nur aus der bequemen Ferne zu?

Pfarrer Ekkehard Graf, Owen

Impulse zur Veranschaulichung für Erwachsene und Kinder:
Symbol für rotes Seil: Ein hartes Herz aus Stein, Springerleteig oder Ton.
Gespräch: Wie wird ein Herz hart? Merkvers gemeinsam lernen: Hebr 3,7b + 8a in Herzform aufschreiben und zusammenpuzzeln lassen. Wenn möglich anschließend mitgeben.

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