1.Mose 48,1-22

Der Segen Gottes

Ein wesentlicher Teil unseres Glaubens ist der Segen. Gott segnet seine Schöpfung (1.Mose 1,28) und Noah (1.Mose 9,1). Auch die Erzväter segnen ihre Kinder (Isaak 1.Mose 27,23; Jakob 1.Mose 48 u.a.). Nur von Adam und Eva, von Kain, Noah, ja sogar Abraham erfahren wir nichts, dass sie die Ihren gesegnet hätten.
Auf die Nachricht, dass sein Vater krank ist, eilt Josef mit seinen beiden Söhnen, die etwa zwanzig Jahre alt sind, zum Vater. Jener liebt seine Enkel, die Kinder des Sohnes seiner Lieblingsfrau Rahel, und adoptiert sie, um ihnen den besonderen Segen zukommen lassen zu können.
Obwohl Jakob so hinfällig ist, dass er nur noch mit Mühe sitzen und kaum mehr sehen kann, segnet er unter der Leitung des Geistes Gottes bewusst gegen den Willen Josefs den jüngeren Enkel Ephraim. Jakob bekennt sich zu dem Gott seiner Väter, auch wenn er ihm bisweilen unbegreiflich ist: El Schaddai (Luther: "der allmächtige Gott"). Das Wort hängt mit "verderben" zusammen. Dieser Gottesname erinnert daran, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs als Richter das Böse hasst und zerstört. Wer nur auf Gottes Gerechtigkeit und seinen Zorn über die Sünde sieht, der muss erschrecken. Wir sollen uns an die Seite Gottes, von der uns die Liebe Jesu begegnet, halten und auf den liebenden Vater schauen, sonst überfällt uns Angst und Schrecken des "El Schaddai". Trotz vielerlei Leid (V. 7: Rahels früher Tod, das Leid um den scheinbar ermordeten Josef u.a.) hat Jakob Gottes Segen erfahren und bekennt sich zu ihm.
Jakob wendet sich an Gott. Er soll die Enkel und seinen Sohn segnen. Der Inhalt des Segens findet sich in den Versen 4 und 19f.

Fragen zum Gespräch
1. Was ist der Inhalt des Segens? Siehe 1.Mose 1,28f; 9,1; 27,27ff; 48,4.9f u.ö.
2. Luther spricht von den zwei Seiten Gottes, der Seite seiner Gerechtigkeit und der der Vergebung, der seines Zorns und der seiner Liebe in Jesus. Wir sollen usn an die Seite halten, in der uns Jesus begegnet. Wo finden wir in der Bibel, dass wir uns an die Seite der Liebe Gottes halten sollen?
3. Das verheißene Land: Gilt diese Verheißung an Israel auch heute noch, oder sind in Jesus christus alle Verheißungen des Alten Bundes erfüllt?
4. Wo segnen wir Christen noch?
5. Was gibt Jakob nach V. 22? Luther: "Ich gebe dir ein Stück Land", wörtlich: "Ich gebe dir eine Schechem" ("Schulter", "Bergrücken" und der Ort Sichem). Liegt hier ein Wortspiel vor? Manche Ausleger deuten die Stelle so: Die "Schulter" ist das beste Stück beim Opfer (1.Sam 9,23f). Will Jakob auf sich als opferndes Familienoberhaupt hinweisen? Ein bekannter jüdischer Ausleger, Hirsch, deutet so: Jakob gibt Josef die "Würde und Bürde, sein Nachfolger in der Leitung der Familie, der Erste zu sein".

Martin Holland

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